Wiedereinsteiger-Fragen zur Gran Canyon
#1
Liebe "Cagivisti",

nach über 10 Jahren Motorrad Abstinenz trage ich mich mit dem Gedanken, wieder einzusteigen. Anlass ist nicht zuletzt eines meiner Kinder, inzwischen selber Motorradfahrer, das den dringenden Wunsch geäussert hat, mit mir eine Alpentour zu unternehmen. Und wie kann ich da widerstehen :-)

Auf der Suche nach einer geeigneten Maschine (Reise-Enduro) bin ich über ein Angebot für eine Grand Canyon "gestolpert". Aufgeschlaut in div. Foren, "Test"-Berichten und sonstigen Internet-Quellen ein wenig aufgeschlaut habe, ist mein Interesse an der Maschine enorm gestiegen. Insbesondere die Charakteristik des Ducati-Motors kommt meinen Vorstellungen doch sehr nahe. Ein paar Fragen sind allerdings offen und ich hoffe auf diesem Weg Antworten zu erhalten.

1. Frage betrifft das Angebot selber und inwieweit es sich dabei eurer Meinung nach um ein grundsätzliches faires, bzw. angemessenes handelt. Ich suche kein Superschnäppchen, zahle gerne einen fairen Preis für ein faires Angebot.
Cagiva Gran Canyon 900, keine GS, CB, EZ 10/1998, 48.800 km,VB 2.195

Stahlflex Bremsleitungen, Alu Auspuff, Benzineinspritzung. Reifen und Motor seit letzter Inspektion (bei Ducati) nur wenige KM gefahren. Zahnriemen vor weniger als 500km getauscht - in diesem Zuge auch Ventile eingestellt und Gabelwartung gemacht. Stand immer trocken in der Garage. Kein messbarer Ölverbrauch. Bremsklötze wurden ebenfalls erneuert.

2. Gibt es grundsätzliche Schwachpunkte bei diesem Motorrad, auf die man beim Gebrauchtkauf unbedingt achten sollte?

3. Wie ist es grundsätzlich um die Zuverlässigkeit bestellt?

4. Wie ist es um die Sozia-Tauglichkeit bestellt? Meine Frau wird zwar vermutlich keine großen Touren mitfahren, bevorzugt aber dennoch grundsätzlich ein einigermaßen bequemes Gestühl ;-)

5. Wie ist es um die Reise-/Langstrecken-Tauglichkeit der Gran Canyon bestellt?

6. Welche Koffer- /Topcase-/Tankrucksack-Ausstattung könnt ihr empfehlen?

und last but not least

7. Da es Cagiva ja "eigentlich" nicht mehr gibt, ist die Ersatzteilversorgung dennoch einigermaßen gewährleistet? Der Motor sollte ja, da von Ducati, kein Problem darstellen und ich denke, dass für Arbeiten daran der freundliche Ducati-Händler zuständig ist. Aber wie steht's um den Rest?


So, das wär's für's Erste ;-) Ich freue mich auf einen regen Erfahrungsaustausch, auch wenn dieser zuerst natürlich etwas einseitig verlaufen wird ;-)
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#2
Als ebenfalls Wiedereinsteiger mit Gran Canyon wage ich mal ein paar Anmerkungen:

das Angebot empfinde ich als fair!

dieses Motorrad hat im Grunde nur 2 Schwachpunkte, das Eine dürfte doch die insgesamt ziemlich verbaute Konstruktion sein und das Andere die doch nicht ganz so einfache ET Versorgung. Ich würde mich bei einer Besichtigung auf mein Bauchgefühl verlassen, wenn der Ducati Motor gut gepflegt ist, der "Rest" sollte kein Problem sein.

Zuverlässigkeit? Gute Frage, mein bike hat beim Kauf sehr wenig km, ich habe dann in etlichen Stunden alles mal abgeliebt, sowas erhöht eben die Zuverlässigkeit, allerdings sind schon ein "paar" Schrauben verschwunden...so unterwegs :winki: , ansonsten sind dort eben ein paar Pflichtpunkte abzuarbeiten, Tankkupplungen und Radlager sind dort die berühmtesten Übungen.

Thema Sozia - volle Punktzahl, meine Dame (164 cm/66 kg) lehnt sich gerne an das Topcase an, die Sitzbank ist breit und bequem, die Sitzhaltung entspannt.

Wg. dem Gepäck, ich habe das Topcase "eyecase" - genial!!!! Die Grundplatte passte gut (o.k. - Schraubenlöcher umändern) aber die Grundkonfiguration paßt gut zum bike, ich finde das auch optisch noch vertretbar, es gibt ja Leute die fahren da einen Überseekoffer als topcase! Es paßt allerdings nur ein Helm rein.

Koffersätze bzw. deren Montage - keine Ahnung, wir sind reine "100 km kleine Tour nach Feierabend Nutzer".

Aber generell - was willst du für 2000 Euros mehr erwarten?! :cool:

Also von mir: "strong buy" :no1friend:
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#3
eetarga,'index.php?page=Thread&postID=102303#post102303' schrieb:Aber generell - was willst du für 2000 Euros mehr erwarten?! :cool:
Das ist wahr, aber 2.000 Euro "in den Sand gesetzt" schauen auch irgendwie blöd aus :cool:
eetarga,'index.php?page=Thread&postID=102303#post102303' schrieb:Also von mir: "strong buy" :no1friend:
Danke für Deine Ausführungen. Das gibt mir schonmal einen recht guten Eindruck und bestätigt meine "Bauchtendenz" :spuint:
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#4
Und alle Anderen sollten sich von der ausführlichen Antwort von eetarga nicht abschrecken lassen, eigene Statements abzugeben, auch wenn sie vielleicht kurz sind und nur eine meiner Fragen betreffen. Ich bin wirklich für jede Info dankbar :)
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#5
Hi Lupus,

prüfe ob die Seitendeckel noch die Plastikzapfen haben die man in die Gummi´s reinsteckt am Rahmen,diese sind direkt an den Seitendeckeln.
Funktioniert das Schloss linker Seitendeckel in Fahrtrichtung gesehen ,leichtgängig.
Sind vorne in und an der Verkelidung die meistens noch besser alle Verkleidungsschrauben vorhanden.
Mache die Sitzbank runter und siehe nach ob da alle Halteschrauben da sind.
Sind die Tankschnellverschlüsse in Ordnung
Keine Reparaturstellen an den Zylinderköpfen bzw Ventildeckeln mit Kaltmetall oder ähnlichem.
Schau dir die Schellen an den Endrohren vom Auspuff an wie stark sind die verrostet
Gehen alle Kontrolllampen.
Prüfe den Schweinwerfer vorne ob der noch schön hell strahlt und nicht blind oder milchig ist.
Radlager ansehen und testen vorne und hinten auch Lenkkopflager prüfen ,das kann man auch mit dem Seitenständer prüfen.
Unbedingt Probefahrt machen und am besten auf die Autobahn und beobachte ob sie unruhig wird bei höheren Geschwindigkeiten ,das wäre ein typisches Zeichen für Lenkkopflager oder Radlager oder auch beides.
Sitzbank ist erst bei späteren Modellen wasserdicht ,dies haben eine abgesteppte Sitzbank oder eine Naht glaube ich.
Und die Modelle nach 1999 sind die bessere Wahl.
So das wars was mir dazu einfällt,bestimmt bekommst du noch mehr Tips.
Ciao Alex
p.s.
ich bin mit meiner ersten Granni von Bochum in die Südpfalz gefahren und dann zwei Tage später nach Italien hin und zurück ohne irgendwas ca 1500 km ,geringer Spritverbrauch und die Soziatauglichkeit ist auch ok.
Nur Nachts ist der Scheinwerfer nicht wirklich zu gebrauchen.Aber da gibt es auch eine Lösung die hier schon im Forum gepostet wurde.
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#6
Den Kommentaren Goodpost ist doch wirklich nichts hinzuzufügen!

Wenn man objektiv ist, nennen wir mal die negativen Punkte, bzw. ein worst/case Szenario:
Sofort
geht die Abblendlichtbirne kaputt, die Tankkupplungen lecken auch und
alle Hülsen drehen mit, wenn du die auswechseln willst.
Der
Kupplungszylinder ist noch original und leckt und du stehst genau in der
Kurve auf 1500 m in den Alpen. Der laptop ist leer um nach dem Maß von
dem passenden O-Ring oder dem verbesserten Zylindern zu suchen - Porca vacca!

Der LIMA Regler raucht gleich auf der nächsten Fahrt ab.

Das bike
fällt dir im Stand um, weil der Schwerpunkt doch recht hoch ist. Mit einer Körperlänge von unter 174 cm kippelst du mit dem Ding im Stand beim Anhalten,
aber du willst ja vor allem mit dem bike morgens durch die Innenstadt 5,7 km zur Arbeit fahren.
Dann
verschmort noch das Innenfutter der Lieblings-Jacke deiner Frau am Wochenende. Denn die hat diese nach der ersten Ausfahrt einfach über die Sitzbank gelegt
und der Auspuff spendet warme Gefühle für dern Rest des Tages.

.... - genau dann kommt der Moment wo du dich nach einem anderen bike umsiehst und dich fragst:
wieso konnte ich sowas kaufen!? :schäm:

Ist halt eine Lebensfrage, der Eine liebt deutsche Hausfrauen die begeistert auf die nächste Waschpulverreklame und den Golden Retriever
warten, der Andere braucht eine italienische Diva die Steingutgeschirr bevorzugt weil man damit besser werfen kann... :hüpf:

Ich persönlich kann mir für 4 große Scheine kein besseres bike vorstellen :daumen: ,

Ich akzeptiere aber wenn jemand für das selbe Geld eine topgepflegte BMW F650 beim :D kauft (am besten mit Mobilitätsgarantie und kompletter Wartung) und damit nach Italien aufbricht. :winki: :wheely: D
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#7
Hi Lupus,
hast ja schon viel Kommentare bekommen.
Die Zahnriemen sollten nicht älter als 2Jahre sein, der Kupplungsnehmerzyl. kann den Geist aufgeben,schlagartig,
Das Federbein sollte noch Ordentlich arbeiten/genug Spannung haben(negativ Federweg max. 40mm).
Alle Lager kontrollieren, rütteln am Lenkkopf ,Räder, Schwinge.
Die gelben Kabel des Ladereglers kontrollieren,sollten nicht "hart" sein oder verschmort.
Kupplungspumpe und bremspumpe sollten leichtgängig sein.
Alles in allem ein 16 Jahre altes Motorrad, das wie Christoph schrub ,nicht wartungsfreundlich ist.
Und die wartung beim freundlichen Ducati Dealer kannst vergessen, ausser du hast ein gut gestopftes Portmonnee.
Z.b. um die Ventile vernüftig einzustellen zu können ,muß das halbe Motorrad zerlegt werden,da kommen alleine schon 4 Std zusammen, x Stundensatz der Werkstatt !
GC nur kaufen, wenn du selbst Hand anlegen kannst und willst, ein paar Ersatzteile bevorraten willst, und ein kleinwenig mehr wie das Bordwerkzeug mitführen willst. :D
Nimm zur Besichtigung und Probefahrt mindest. noch 2 Kumpels mit .
Gruß Carlo
DREHMOMENT ist`s wenn die Straße brennt :D
Alle Angaben und Tipps die ich mache sind ohne Gewähr auf Richtigkeit.Im allgemeinen hab ich es aber selbst ausprobiert.
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#8
Guten Morgen zusammen,

möchte mich hier meinen Vorrednern anschließen und bemerken, daß wir von einem Motorrad sprechen welches 15 Jahre alt ist. Eine ausgiebige Kontrolle der Lager, Gabel, Stoßdämpfer und anderer Verschleissteile sollte obligatorisch sein.

Ich habe meine Granny jetzt 10 Jahre und den Kauf nie bereut. Eine ordentliche Batterie (habe seit Jahren eine Panasonic aus dem Elektronikversand) ist Grundvoraussetzung. Mit dem Lima-Regler noch nie Probleme gehabt.
Kupplungszylinder hat mal gesabbert (Ducati-Krankheit). Hierfür gibts aber beim Duc-Händler einen Reparatursatz für ein paar Euro. Rasselnde Kupplung (Trockenkupplung) ging mir natürlich tierisch auf den Zeiger. Habe umgerüstet auf Surflex Alulamellen. Rasseln hält sich jetzt in Grenzen, ist aber immer noch hörbar. Alternativ kann man auf eine 48-Zahn Kupplung umrüsten, dann soll es ganz verschwunden sein.
Nerviger wirds schon, wenn man Luftfilter und Kraftstoffilter wechseln muß. Dazu muß das halbe Motorrad zerlegt werden. Habe dabei auch schon die Tankanschlüsse gekillt und wieder neu eingeklebt. Beiträge dazu gibt es hierüber genug im Forum.
Abblendlicht ist etwas schwach. Hat mich aber nie gestört, da ich nur schönwetter Fahrer bin.

Verschleißteile sind kein Thema, darüber gibt es genug Beiträge hier im Forum. Ersatzteile: Für den Motor OK, aber für das Übrige schon eine Herausforderung. Selbst wenn es Cagiva nicht mehr gibt, kauf dir mal eine 15 Jahre alte Yamasaki. Da sieht es mit Ersatzteilen auch nicht besser aus.

Abschließend würde ich sagen, wenn der Service beim Ducati-Händler nachweislich gemacht wurde, das Bike einen ordentlichen Allgemeinzustand macht, eine neue TÜV-Plakette hat, sich am VB-Preis noch was drehen lässt, KAUFEN!!!!

Grüße
Lennox
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#9
Habe noch was vergessen,

meine 15 Jahre alte Granny hat jetzt 18.900 km auf der Uhr (nicht lachen). Habe den Motor noch nie geöffnet, Fahre, glaube ich, noch mit den ersten Zahnriemen rum und außer regelmäßig Oelwechsel noch nie etwas am Motor geschraubt.

War vor ein paar Jahren mal beim Schrauber meines Vertrauens (kleiner Einmannbetrieb, sehr Ducati-Erfahren und mittlerweile geschlossen) und hatte wegen Ventile einstellen nachgefragt. Als er nach dem Kilometerstand fragte, hat er mich lachend wieder nach Hause geschickt. Wir hatten trotzdem noch etwas gefachsimpelt und er erzählte, daß bei guter Pflege (regelmäßig Oel- und Filterwechsel und immer schön warmfahren) eine sechsstellige Kilometerleistung keine Seltenheit wäre.

Hoffe, das hilft bei der Entscheidung.

Grüße
Lennox
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#10
Moin Lupus,
die wesentlichen Punkte wurden ja schon genannt.
Grundsätzlich muss Dir klar sein, dass Du mit einer Cagiva wahrlich kein perfektes Fahrzeug erwirbst! Ich habe bei meiner Granny gerade eine große Inspektion durchgeführt. Bei 49 TKm mit kompletter Ventileinstellung und diversen Neuteilen. Zum Glück kann ich das Alles allein machen.
Das Schrauben an der Granny ist schlichtweg grausam! Ich verwette meinen Arsch darauf, dass bei vielen Granny's das Ventilspiel des stehenden Zylinders noch nie eingestellt wurde! Die Ventile am stehenden Zylinder meiner Granny waren extrem außerhalb jeglicher Toleranz...

Meine komplette Inspektion mit allen Neuteilen hätte in einer Duc-Werkstatt rund 2000€ gekostet. Ich habe im Mai 2013 1900€ für meine Granny bezahlt... Also eigentlich hätte sich das nicht mehr gelohnt. Aber nach der ersten Tour nach der Inspektion war der ganze Frust vergessen... Dieser Sound, das Fahrwerk und Super bequem...

Wenn Du vernünftig schließt Du das Kapitel Granny also ganz schnell und schaust lieber in Richtung Fernost (z.B. Honda). Ich warne Dich eindringlich davor eine Probefahrt mit der Granny zu machen. Sonst kann es ganz schnell passieren, dass Du Dich in das Teil verliebst und Alle bedenken über Bord wirfst. Und Dann wird es teuer...

Gruß
Dirk
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#11
lennox,'index.php?page=Thread&postID=102330#post102330' schrieb:meine 15 Jahre alte Granny hat jetzt 18.900 km auf der Uhr (nicht lachen). Habe den Motor noch nie geöffnet, Fahre, glaube ich, noch mit den ersten Zahnriemen rum und außer regelmäßig Oelwechsel noch nie etwas am Motor geschraubt.

War vor ein paar Jahren mal beim Schrauber meines Vertrauens (kleiner Einmannbetrieb, sehr Ducati-Erfahren und mittlerweile geschlossen) und hatte wegen Ventile einstellen nachgefragt. Als er nach dem Kilometerstand fragte, hat er mich lachend wieder nach Hause geschickt. Wir hatten trotzdem noch etwas gefachsimpelt und er erzählte, daß bei guter Pflege (regelmäßig Oel- und Filterwechsel und immer schön warmfahren) eine sechsstellige Kilometerleistung keine Seltenheit wäre.

Hoffe, das hilft bei der Entscheidung.

Grüße
Lennox
Moin,
genau so wie bei Dir wird es wohl pflegtechnisch bei vielen anderen Granny's aussehen...
Auch in einem anderen Fred hatte kürzlich eetarga geschrieben, dass er am stehenden Zylinder die Ventile nicht gemacht hat...
Und meine im letzten Jahr gekaufte Granny hatte wohl die gleiche Pflege erfahren..

Leider ist das mit den Duc-Motoren und der Desmodromik eben nicht so zu pauschalieren. Ich habe neben der Granny noch 2 Ducati's. Mit meiner SS bin ich überwiegend auf der Rennstrecke unterwegs. Bei DUC-Motoren, die hart rangenommen werden ist regelmäßge Ventilspielkontrolle pflicht! Gerade der stehende Zylinder ist thermisch stärker belastet. Bei meinen Duc's muss meist nur am stehenden Zylinder ein Ventil eingestellt werden.
Und der Zahnriemen sollte alle 2 Jahre/20.000 KM gewechselt werden. Klar, ich kenne auch Leute, die mit 10 Jahren alten ZR herumfahren. Ich habe aber schon erlebt, was ein gerissener ZR an Folgekosten verursacht. Da wechsel ich lieber alle 2-3 Jahre die ZR und bin auf der sicheren Seite. Und nein, man kann die ZR in der Duc nicht mit einem Auto vergleichen. Der ZR in einer Duc wird wesentlich stärker belastet als der ZR in einem einem Automotor.

Gruß
Dirk
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#12
Zahnriemen ja, Ventile nur vorne überprüft! Warum?

Das bike kann man selber strippen, dann per Transporter zum Ducati :spuint: - und der setzt für Dünnes die Riemen auf und man schraubt das selber wieder zu Hause zusammen. Die Kosten sind vertretbar.

Wenn allerdings hinten die Ventile eingestellt werden müssen, dann muß das Federbein raus, also ist schon der Transport zum Ducati :spuint: eine Hürde, es fehlt ja quasi die Hälfte vom bike....

Oder man lässt alles machen, holt das große Scheckbuch raus oder zieht die Platincard mal eben durch....

Ich habe mich für das Risiko entschieden, wir haben nur vorne die Ventile geprüft - und da war alles war im Lot. Laufleistung sind allerdings insgesamt bei mir nur 10000 km!

Ich werde die Nummer im nächsten Winter durchziehen, fahre aber zumindest nun nicht mehr mit 15 Jahre alten Zahnriemen rum.

Allerdings sind bei dem bike aus der Anzeige diese beiden Dinge ja erledigt, sind also mindestens 10000 km Ruhe angesagt! Den Wahnsinn von wegen alle 3000 km alles prüfen, lt. WHB, den kann man ja nicht ernst nehmen. :hüpf: :hüpf: :schildm:
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#13
Moin,
ich will ier auch niemandem zu nahe treten. ;)
Jeder ist selbst für die Pflege seiner Granny verantwortlich. Nur sollte dem Fredersteller klar sein, auf was er sich mit der Granny einlässt. Wenn man dort nicht selbst Hand anlegen kann, kann es ein Teures vergnügen werden.
Klar 2200€ ist schon ein fairer Kurs für eine Granny, aber man sollte schon die möglichen Folgekosten im Auge haben. Und da hat z.B. eine Afrika Twin schon handfeste Vorteile.
Und ja, ich kenne auch Leute, die nie etwas an Ihrem Fahrzeug gemacht haben und trotzdem 80.000 KM völlig problemlos gefahren sind. Aber davon sollte und darf man eben nicht ausgehen.

Gruß
Dirk
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#14
lennox,'index.php?page=Thread&postID=102330#post102330' schrieb:meine 15 Jahre alte Granny hat jetzt 18.900 km auf der Uhr (nicht lachen). Habe den Motor noch nie geöffnet, Fahre, glaube ich, noch mit den ersten Zahnriemen rum und außer regelmäßig Oelwechsel noch nie etwas am Motor geschraubt.

War vor ein paar Jahren mal beim Schrauber meines Vertrauens (kleiner Einmannbetrieb, sehr Ducati-Erfahren und mittlerweile geschlossen) und hatte wegen Ventile einstellen nachgefragt. Als er nach dem Kilometerstand fragte, hat er mich lachend wieder nach Hause geschickt. Wir hatten trotzdem noch etwas gefachsimpelt und er erzählte, daß bei guter Pflege (regelmäßig Oel- und Filterwechsel und immer schön warmfahren) eine sechsstellige Kilometerleistung keine Seltenheit wäre.

Guten Morgen zusammen,

nicht das es den Anschein macht, ich würde meine Granny nicht pflegen, ganz im Gegenteil. Wollte damit eigentlich nur andeuten, daß der Duc-Motor auch völlig problemlos sein kann. Ventilspielkontrolle OK, aber man sollte sich dabei nun doch nicht verrückt machen. Mittlerweile hat Ducati den Ventilservice auf 20.000 km hochgesetzt und das nicht erst seit sie zu Audi gehören und etwas mehr Geld in der Kasse ist .......

Die Granny ist, abgesehen von ein paar Kinderkrankheiten, auch ein sehr gutes Alltagsmotorrad. Einfach mal draufsetzen, den Motor bollern lassen, ein paar Kilometer "Feierabend" genießen und einfach nur seinen Spaß damit haben.
Und natürlich kommen dieses Jahr neue Zahnriemen drauf ...... :emphathy:

Kann man im übrigen bequem selber machen. :)

Grüße
Lennox
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#15
[size=15]Hallo Iupus57[/size]
[size=15] [/size]
[size=15]Als leidenschaftlicher
Gran Canyon-Fahrer seit 10 Jahren (und Navi-Fahrer) beglückwünsche ich Dich für
Dein Interesse an der GC.
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[size=15]Anders
als "andreaskarl" hat sich bei mir die Granny deutlich tiefer ins Herz
geprägt als die Navigator, weil ich die Leistung der Navi meistens nicht
benötige und stattdessen den Sound, die leichten Vibrationen im Lenker, den
Drehmomentverlauf und feineren Leistungseinsatz des Ducati-Twins vorziehe
gegenüber dem satten Schlag des Navi-Sounds und dessen harten Lastwechseln.
[/size]

[size=15] [/size]
[size=15]1. Den
Preis finde ich o.k. angesichts der erledigten
Wartungsarbeiten.
[/size]

[size=15] [/size]
[size=15]2. Die
Radlager sollten im Auge behalten werden und ebenso das
Abblendlicht auf Beschlag auf der Innenseite des Glasscheinwerfers sowie auf
der Linse. (Grossmamas Taschenlampe leuchtet heller als diese Funzel…=> siehe
Lösungen im Forum)
[/size]

[size=15] [/size]
[size=15]3. Motorseitig
kann ich nur Gutes berichten was die Zuverlässigkeit anbelangt (meine GC1 87Tkm,
GC2 40Tkm, Navi 25Tkm). Die Wartungskosten sind meines Erachtens etwas hoch,
aber die GC ist es mir wert, entschädigt sie doch mit maximalen Emotionen. Die
Cagiva-eigenen Teile haben bei mir ebenfalls noch nicht Grund zur Klage gegeben.
Gelegentlich gilt es zu überprüfen, ob noch alle Schrauben dran sind
:-)[/size]

[size=15]Mach auf
jeden Fall eine ausgedehnte Probefahrt (evtl. mit Sozia) und prüfe den Motor
auf unerwartete Reaktionen, Geräusche und die Wirkung des Federbeins.



[/size]

[size=15]4. Die
meisten Hinterbänkler äussern sich positiv zum Sozia-Gestühl. Also einigermassen
bequem ist es auf jeden Fall. Allerdings reisst die GC zu zweit leistungsmässig
dann doch keine Wurst mehr vom Teller (oder vom Eurovision-Contest).
[/size]

[size=15]

5. Die Langstreckentauglichkeit wird wohl eher durch den Fahrer eingeschränkt
als das Motorrad. Hat man sich erst an die Sitzhaltung gewöhnt und fühlt man
sich wohl, dürften langen Etappen nichts im Wege stehen. Mit diesem bei Deinem potenziellen Motorrad montierten Windschutz wirst Du die Elemente voll zu spüren bekommen. Als Tourenfahrer müsstest Du Dir eine hohe Scheibe zulegen aber die Navischeibe produziert ebenfalls ziemlich Turbulenzen. Lösungen gibts im Forum und wenn es dann doch eine Navischeibe gibt, hilft evtl. ein kleiner Aufsatz oben am Gummiring befestigt.



6. Ich habe die Werks-Koffer der Touring-Version montiert. Diese Koffer wurden aber
meines Wissens von Cagiva eingekauft (habe dasselbe System schon an anderen
Töffs gesehen). Meine Koffer haben die ärgerliche Macke, dass sich die Abgase
im innern der Koffern sammeln und die Kleider im Koffer saumässig stinken.
[/size]

[size=15]

7. Die Ersatzteilversorgung dürfte je nach benötigtem Ersatzteil von
mittelschwierig bis ziemlich oder sehr schwierig tendieren. Dank diesem Forum
habe ich bislang noch alles gefunden, was ich benötigt habe... Thanx an alle.
[/size]


[size=15]Gruss[/size]
[size=15]Roman[/size]

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#16
Meinen allerherzlichsten Dank

an euch Alle, die ihr hier so ausführlich und in teilweise sehr schön launiger Art und Weise auf meine Fragen eingegangen seid. Das war wirklich super :daumen: und hat mir sehr geholfen. Ich habe zwar noch keine endgültige Entscheidung getroffen, tendiere aber im Moment eher nicht zu einer "Granny". Da der Fahrspass anscheinend mit entweder kostenaufwändigen Werkstattaufenthalten und/oder sehr zeitaufwändigen Eigenschraubereien, für die mir weniger die Kenntnisse als eher die Zeit fehlen, erkauft wird, schaue ich mich im Moment doch eher anderweitig um. Trotzdem, das war toll und ganz und gar ohne die in anderen Foren inzwischen regelmäßig anzutreffenden Trolle. Euch allen erstmal weiterhin viel Spaß mit euren Mopeds und sollte ich doch noch einer Granny verfallen, werdet ihr es als Erste (o.k., mindestens aber als Zweite :) ) erfahren.

Gruß, Wolf
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#17
Viel Glück bei deiner Suche - aber fahre sie zumindest mal Probe. Bei mir war das der Schlüssel zum Glück! :licht:

Aber deine Entscheidung tendiert in die richtige Richtung. Wenn du weniger der Eigenschrauber bist, Wartung und Pflege nicht zuviel Zeit in Ansprich nehmen sollen, dann
passen "mainstream" bikes besser. Denn "mainstream", das ist die Gran Canyon wohl wirklich nicht! Viele Dinge bei Reparatur, Wartung und Pflege sind da nach meinem Gefühl
eher von hinten aufgezäumt á la: function follows form :wuetend:
Heilige Mutter von der gesegneten Beschleunigung, verlaß' uns jetzt nicht!
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#18
Also diesmal verstelle ich die Schriftgrösse definitiv nicht mehr - konnte sie nämlich nicht mehr zurückstellen.

Bei mir war die Kaufentscheidung ebenfalls bei der Probefahrt spontan gefallen - ich war total begeistert. Bis heute habe ich den Entscheid nicht bereut - und weil ich bloss mässige Schrauberkenntnisse habe, muss halt der Geldbeutel etwas herhalten.

Auf eine Probefahrt verzichten würde ich aber definitiv NICHT !!! Du weisst ansonsten nicht, was Dir entgeht !!!

RF
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